Brandmeldeanlagen

 

Brandmeldeanlagen (BMA) sind Gefahrenmeldeanlagen speziell f√ľr vorbeugenden
Brandschutz konzipiert. Feuerauslösungen werden von speziellen Brandmeldern
erkannt, von einer Brandmeldezentrale ausgewertet und dann verschiedene
vorprogrammierte Reaktionen ausgelöst. Alarmreaktionen können sein:

√Ėrtliche Alarmierung zur Evakuierung
Weiterleitung √ľber eine Leitstelle zur Feuerwehr oder andere hilfeleistende Stellen
Ansteuerung von Aufz√ľgen
Ansteuerung von Rauchabzugssystemen
Auslösung einer Objektlöschanlage, z. B. CO2-Löschanlage
Schlie√üen von Rauchschutzt√ľren

Zum Detektieren von Brandereignissen werden Brandmelder unterschiedlicher
Kenngrößen (z. B. Rauch, Temperatur, Flammen etc.) verwendet.

Brandmeldeanlagen werden meistens in besonders gefährdeten Objekten eingesetzt, wie
z.B. Flughäfen, Schulen, Firmengebäuden, Fabrikhallen, Altenpflegeheime Krankenhäusern aber auch im privaten Bereich. Die Einbau einer Brandmeldeanlage kann auch bauordnungsrechtlich gefordert werden.

F√ľr die Planung bauordnungsrechtlich erforderlicher Brandmeldeanlagen werden
in der Regel die Anforderungen der DIN 14675 herangezogen. Versicherungstechnisch
m√ľssen die erforderlichen Anlagenteile den Anforderung der VdS 2095 entsprechen.

In vielen Bundesl√§ndern m√ľssen zuk√ľnftig auch Wohnungen mit Rauchwarnmeldern
ausgestattet werden. In manchen Bundesländern sind sie bereits Pflicht. Diese
einzelnen Rauchmelder mit integrierten Alarmgeber (nach DIN 14676) bestehen aus
einer detektierenden und einer alarmierenden Einheit Sie werden als Einzelkomponenten angeboten, können aber falls erforderlich auch funktechnisch mit einander verbunden sein. Dadurch ist auch eine flächendeckendere Alarmierung möglich.

Der Vorteil einer Brandmeldeanlage besteht darin, dass ein Brand fr√ľhzeitig erkannt wird und notwendige Ma√ünahmen sofort eingeleitet werden k√∂nnen, auch wenn sich zur Zeit niemand in den entsprechenden Objekten oder Geb√§uden aufh√§lt.

Die Verkabelung der Brandmelder in Anlagen nach heutigen Technikstand erfolgt in der Regel ringf√∂rmig √ľber ein internes Bussystem von Melder zu Melder. Dieses interne Ringbussystem wird redundant beidseitig von der Brandmeldeanlage abgefragt und somit der entsprechende Zustand der Melder mit den vorprogrammierten Werten verglichen. Das Ringbussystem hat den Vorteil, da√ü ein Teilst√ľck eines Ringes im Falle eines Feuers ausfallen kann, ohne die Funktion der Brandmeldeanlage zu beeinflussen. Wird ein Alarm ausgel√∂st, so zeigt die Brandmeldeanlage die ausgel√∂ste Meldernummer inklusive Meldertext auf einem Display oder auf einem Feuerwehranzeigetableau an. Diese Kombination aus Meldernummer und Meldertext kennzeichnet die entsprechende √Ėrtlichkeit und √ľber einen entsprechenden Lageplan bzw. Feuerwehrlaufkarte wird der Weg zum Melder ersichtlich.

F√ľr spezielle Einsatzgebiete (z B. Labore Aufzugssch√§chte oder nicht revidierbare Zwischendecken) werden alternativ auch Rauchansaugsysteme (RAS) eingesetzt. Hierbei wird √ľber ein spezielles Rohrsystem, von verschiedenen Ansaugstellen, Luft zu einer zentralen Detektoreinheit geleitet und dort ausgewertet.

Eine Brandmeldeanlage (BMA) wird meist √ľber ein digitales √úbertragungsger√§t per W√§hlverbindung oder Standleitung auf eine Leitstelle (Bosch, Siemens) oder auf einen privaten Wachdienst ohne Zeitverz√∂gerung aufgeschaltet.

Im November 2003 ist die aktuelle DIN 14675 √ľber Brandmeldeanlagen in Kraft getreten. Wichtigste Neuerung: Planung, Projektierung, Montage und Inbetriebnahme sowie Wartungsarbeiten d√ľrfen nur Firmen bzw. Ingenieurb√ľros durchf√ľhren, die gem√§√ü der DIN 14675 zertifiziert sind.